Kosten für sinnvolle Probenahmen und Untersuchungen aufgrund von Überflutungsschäden an der Bausubstanz

Bei Überflutungsschäden kann das eingedrungene Wasser, je nach Herkunft und Weg, den es genommen hat, unterschiedliche Schadstoffe und Keime mit sich führen:

  • Fäkalkeime aus Tierhaltung und Kanalisation
  • Mineralöle (Heizöl, Treibstoffe, Schmiermittel)
  • Düngemittel
  • Pflanzenschutzmittel
  • Sonstige Schadstoffe aus Industrie und Gewerbe

Bei den großen Wassermengen ist eine erhebliche Verdünnung zu erwarten, doch kann in Einzelfällen auch eine größere Menge Schadstoffe eingetragen worden sein. Außerdem werden oft nährstoffreiche Substanzen mit eingeschwemmt, die die rasche Entwicklung weiterer Mikroor- ganismen (Bakterien, Hefen und Schimmelpilze) im feuchten Milieu begünstigen.

Daher kommt es schnell zu Schimmelbefall und Bakterienwachstum. Schimmelbefall ist oft mit bloßem Auge gut erkennbar. Oft kommt es zu Besiedelungen, die mit dem Auge nicht erkennbar sind.

Bei Holzbalkendecken mit Schüttungen und/oder Lehm und ggf. Strohanteilen entwickeln sich sehr schnell Schimmelpilze. Daher muss in den meisten Fällen die Fehlbodenschalung mit der Füllung herausgenommen werden, um einen starken Schimmelbefall zu vermeiden. Außerdem trocknen die Füllungen der Decken nur sehr langsam, sodass sich holzzerstörende Pilze entwickeln können, wenn feuchte Füllungen verbleiben. Auch bei Schüttungen in Fußböden auf Lagerhölzern besteht eine ähnliche Problematik.

Holzrahmenkonstruktionen lassen sich oft auch nur unzureichend trocknen. In der Regel kommt es zu Schimmelbefall an den Beplankungen (Spanplatte, OSB, Gipskarton) und den Dämmstoffen.

Bei schwimmendem Estrich (Estrich auf Trittschalldämmung oder Wärmedämmung) steigt mit zunehmender Einwirkungsdauer der Befeuchtung das Risiko von Schimmel- und Bakterienbefall. Bei Leitungswasserschäden nimmt das Befallsrisiko ab 3 Wochen Feuchteeinwirkung deut- lich zu. Beim Eintrag nährstoffreichen Wassers entwickelt sich Befall in der Regel schneller.

Zur Beurteilung von Materialien hinsichtlich Schadstoffen empfehlen wir folgende Untersuchun- gen (die Preise verstehen sich zzgl. 19% MwSt.):

Wenn Verunreinigungen durch Mineralöle vermutet wird:

Mineralölkohlenwasserstoffe C10-C40
Probenmenge 100g

120,00 € (netto) / 142,80 (brutto)

 

 

Wenn Verunreinigungen durch Pflanzenschutzmittel vermutet wird:

(Verunreinigung aus PSM-Lagern der Landwirtschaft, Handel oder Industrie)

Pestizide > 500 Parameter
Probenmenge 100g

310,80 €

Wenn Schimmel- und Bakterienbefall vermutet wird:

Keimzahl aus Materialprobe, 3 Medien und Direktmikroskopie
Probenmenge 50g bei mineralischen Proben, Bestimmungsgrenze ca. 100 KBE/g bei Estrichdämmschicht: Bohrkern 50mm oder größer, Bestimmungsgrenze ca. 1000 KBE/g

129,00 € (netto) / 153,51 (brutto)

Auswertung Klebefilmprobe von Oberflächen (Mikroskopie)
ca. 10 cm Tesafilm oder anderen transparenten Film

44,50 € (netto) / 52,96 (brutto)

Wenn Verunreinigungen durch Fäkalkeime vermutet wird:

Fäkalkeime zusätzlich aus Materialprobe

Probenmenge 50g bei mineralischen Proben, Bestimmungsgrenze ca. 10 KBE/g, Nachweis E. coli auch darunter, aber ohne Quantifizierung bei Estrichdämmschicht: Bohrkern 50mm oder größer, Bestimmungsgrenze ca. 100 KBE/g, Nachweis E. coli auch darunter, aber ohne Quantifizierung

25,00 € (netto) / 29,75 € (brutto)

Nur Fäkalkeime aus Materialprobe

Probenmenge 50g bei mineralischen Proben, Bestimmungsgrenze ca. 10 KBE/g, Nachweis E. coli auch darunter, aber ohne Quantifizierung bei Estrichdämmschicht: Bohrkern 50mm oder größer, Bestimmungsgrenze ca. 100 KBE/g, Nachweis E. coli auch darunter, aber ohne Quantifizierung

50,00 € (netto) / 59,50 (brutto)